Was ist LaTeX?

LaTeX ist ein Textsatzsystem. Bei LaTeX schreibt man den Quellcode in reinem Text (ähnlich einer Programmiersprache) in einem beliebigen Editor und lässt diesen Text dann durch das Programm latex kompilieren. Das Ergebnis ist eine DVI-Datei (Device Independent = Geräte unabhängig), die dann in weitere, gängige Formate wie zum Beispiel Postscript und PDF konvertiert werden kann. Alternativ kann man auch gleich pdflatex statt latex verwenden, dann generiert man aus dem LaTeX-Quellcode direkt eine PDF-Datei. Wozu der Umweg? Durch diese "Umwege" kann ein nur einmal geschriebenes Dokument in verschiedenste, völlig andere Dokumente ohne Mehraufwand exportiert werden.

Warum LaTeX?

LaTeX ist einfach. Dieser Punkt scheint zunächst paradox zu sein: Gerade die Textverarbeitungssysteme besitzen scheinbar intuitive Oberflächen, wohingegen LaTeX eine zunächst meist ungewohnte Eingabe mit Befehlen erfordert. Allerdings besitzt LaTeX viele Stärken, die das Schreiben, insbesondere von komplexen Arbeiten, erheblich vereinfachen.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen MicrosoftWord bzw. OpenOffice.org und LaTeX besteht in der verschiedenen Behandlung von Form und Inhalt. LaTeX trennt streng zwischen der Formatierung und dem eigentlichen Text. So muss der Schreiber sich während dem Schreiben keine Gedanken um das spätere Aussehen des Textes machen und kann sich auf den Inhalt und die Strukturierung des Textes konzentrieren. Insbesondere der letzte Punkt wird durch die Textauszeichnung in Form von Befehlen noch gestützt. Tiefgreifende Formatierungsänderungen können häufig mit nur einem einzigen Befehl geändert werden.

Im Gegensatz hierzu nehmen Textverarbeitungssysteme keine deutliche Trennung von Form und Inhalt vor. Dies führt dazu, dass sich der Schreiber bereits während dem Schreiben Gedanken darüber macht, wie die Überschriften erscheinen soll, wie eine Tabelle eingebunden werden kann etc. und wird somit vom eigentlichen Schreiben abgelenkt.

Besonders bei umfangreicheren Arbeiten offenbart sich ein weiterer Vorteil von LaTeX. Die Grundeinstellung von LaTeX sind so ausgereift, dass im Normalfall keine manuellen Änderungen vorgenommen werden müssen. Was bei der Formatierung von z. B. Überschriften nur als eine nette Hilfe erscheint, kann z. B. bei Silbentrennung und Seitenumbrüchen eine erhebliche Arbeitserleichterung sein. Bei Textverarbeitungssystemen besteht häufig das Problem, das eine nachträgliche Änderung des Textes, z. B. durch das Einfügen eines zusätzlichen Absatzes, die sorgfältige Formatierung vollständig zunichte machen kann. Bei ein- oder zweiseitigen Arbeiten mag der Aufwand für die nachträgliche Formatierung noch vernachlässigbar erscheinen, bei Arbeiten die dreißig, fünfzig oder gar mehr Seiten umfassen, ist dies ein erhebliches Ärgernis.

Das Erstellen von Literaturverzeichnissen ist in den gängigen Textverarbeitungssystemen meist mit einem erheblichen Aufwand verbunden. In LaTeX ist dies mit dem Paket BibTeX sehr einfach.

Ein weitere Vorteil von LaTeX ist die Möglichkeit, umfangreichere Arbeiten in verschiedene Dateien aufzuteilen. So können eine verkürzte Version erstellt, Kapitel wiederverwendet oder andere Literaturverzeichnisse eingebunden werden.

Nicht zuletzt läuft LaTeX auch bei Arbeiten mit einem Umfang von mehreren hundert Seiten stabil und stürzt im Gegensatz zu Textverarbeitungssystemen zwischendrin nicht ab. [Quelle: Uni Freiburg]

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