Denkmalpflegerische Probleme der privaten Burgen und Schlösser in Bayern, aufgezeigt am Beispiel des Schlosses Burgrain

 

 

 

 

geschrieben im März/April 1974 im Rahmen

meiner Zulassungsarbeit für die 1.Prüfung

zum Lehramt an Volksschulen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schloß Burgrain, den 16. April 1974

 

 


 

 

 

 

 

Vorwort

 

 

Da Schloss Burgrain seit 1919 im Besitz unserer Familie ist, und ich seit meiner Geburt dort lebe, habe ich die schönen Seiten des Schlosslebens aber auch seine Kehrseiten kennengelernt.

Aus diesem Grunde wählte ich als Zulassungsarbeit auf dem Fachgebiet der Heimat- und Volkskunde ein Thema mit dem Titel, "Denkmalpflegerische Probleme der privaten Burgen und Schlösser, aufgezeigt am Beispiel des Schlosses Burgrain". Im 1. Kapitel beschreibe ich die Geschichte des Schlosses Burgrain, die außer der Entstehung der Burganlagen zum Verständnis auch die damaligen Herrschaftsverhältnisse und die geschichtlichen Zeitabläufe behandeln muß.

Dies hat drei Gründe: Erstens wählte ich die Geschichte Burgrains stellvertretend für die Geschichte anderer Burgen und Schlösser. Zweitens ist Schloß Burgrain und seine Geschichte nur wenigen bekannt und daher wert, hier nochmals ausführlicher beschrieben zu werden. Drittens ist sie die Voraussetzung für das 2. Kapitel, da sie die wichtige kulturhistorische Bedeutung der Burgen und Schlösser für unsere heutige Zeit darlegt.

Als Grundlage diente mir dabei die Chronik: "Die ehemalige freisingische Herrschaft Burgrain", die Ludwig Heilmaier in mühseliger Arbeit schrieb und "seinen Landsleuten im oberen Isentale" gewidmet hat.

"Die Liebe zur Heimat verlieh mir die Opferkraft Jahre hindurch die freie Zeit in Archiven zuzubringen und so viele dickleibige Fascikeln zu durchstöbern."(aus seinem Vorwort) Diese Chronik, die mit dem Jahre 1910 endet, ist nicht ohne Fehler und Lücken und oft unverständlich geschrieben. Mit der Hilfe des Heimatpflegers aus Isen, Herrn Zeno Pfest, und vor allem mit der Unterstützung meines Vaters, der sich in den Jahren seit die Burg in seinem Besitz ist, mit ihren Problemen beschäftigt und sich mit seiner ganzen Kraft für sie einsetzt, versuchte ich die Fehler zu berichtigen und die Lücken zu ergänzen. Die beigefügten Abbildungen und Skizzen, die zum Teil von mir selbst und zum Teil von Herrn Böld, dem Photographen aus Isen stammen, scheinen mir zur Erhellung des Textes unbedingt notwendig.

Im 2. Kapitel komme ich auf die Bedeutung dieser Denkmäler, die sie für unsere Zeit und für die Zukunft haben, zu sprechen. Noch heute wird diese Bedeutung vielfach verkannt, und die Anliegen der Denkmalpflege stoßen in der Öffentlichkeit nicht selten auf Gleichgültigkeit, ja sogar auf Ablehnung: “Baut mit unseren Steuergeldern lieber Kindergärten und Krankenhäuser, anstatt sie für diese alten Kästen zu verschwenden“. Das Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) hat es sich daher in seinem neuen Denkmalschutzgesetz in erhöhtem Maße zur Aufgabe gemacht, der Bevölkerung diese Zeugnisse aus der Vergangenheit ans Herz zu legen und damit die Kulturgeschichte lebendig zu erhalten. Außerdem versucht es mehr als bisher historisch bedeutsame Bauten nicht nur zu schützen, sondern auch vor dem Verfall zu bewahren. Doch dies wäre ein hoffnungsloses Unternehmen, wären nicht die meisten Privatleute bereit, unter hohen finanziellen Aufwendungen und persönlichen Opfern, ihre alten, unter Denkmalschutz stehenden Besitztümer zu pflegen und zu erhalten. Dabei müßten sie vom Staat noch mehr als bisher unterstützt werden, denn “Ritterburgen waren nie auf Geschäftssinn gegründet, nie zur Bequemlichkeit gebaut und nie privaten Zwecken allein vorbehalten“ (Freiherr von Aufseß).

Wie die Eigentümer dennoch versuchen mit ihren Problemen fertig zu werden, möchte ich ganz allgemein an Zeitungsartikeln und an Beispielen im Besonderen aufzeigen. Da die Problemkreise ineinander übergehen und kaum einzeln zu besprechen sind, wird auf eine exakte Gliederung des II. Teils verzichtet. Meinen Dank möchte ich den Schlossbesitzern aussprechen, die mir bereitwillig Auskunft über die Probleme und über die Geschichte ihres Besitzes gaben. Genannt seien hier die Baroninnen von Frauenberg, Hans-Werner Freiherr von Aufseß, Baronin von Wintzingerode.

Schloß Burgrain im April 1974                                     Rosemarie Klapp

 


 

 

 

Inhaltsverzeichnis

Vorwort...................................................................................................................................................................2

Inhaltsverzeichnis....................................................................................................................................................3

1     . Kapitel: Die Entwicklungsgeschichte der Burgen und Schlösser, aufgezeigt an der Entstehung des Schlosses Burgrain.......... 4

1.1          Allgemeine Entwicklungsgeschichte des Schlosses Burgrain bis 1802,    4

1.1.1             Burgrain als erste Befestigung                  4

a)    Die günstige Lage als Voraussetzung.... 4

b)       Kelten - Römer - Baiuwaren       4

c)    Das baiuwarische Adelsgeschlecht der Fagana; Erste Erwähnung Burgrains         4

d)    Die Kaiserinwitwe Kunigunde als Nutznießerin des Schlosses         5

1.1.2             Burgrain als mittelalterliche und neuzeitliche Befestigung                  5

a)       Territorialisierung des Besitzes 5

b)       Entstehung des Freisinger Bischofwappens.. 5

c)       Burggrafen und Pfleger auf Schloß Burgrain:         6

d)       Gerichtsbarkeit - Wirtschaft - Seelsorge - Bildungswesen.. 7

e)       Entstehung der Burganlage    8

Romanik....... 9

Gotik 9

Barock....... 10

f)       Streitigkeiten mit der Grafschaft Haag.. 10

g)    Der 30jährige Krieg. 11

h)    Die Schlacht bei Hohenlinden und die Säkularisation  12

1.2      Der Fortbestand Burgrains in privater Hand             13

1.2.1             Schneller Wechsel der Besitzer bis 1919    13

1.2.2             Heutiger Besitz der Familie Klapp       15

2     Kapitel: Die heutige Bedeutung der privaten Burgen und Schlösser in Bayern........... 17

2.1          Denkmalpflege als Gebot der Stunde 17

2.1.1             Was ist ein Denkmal? 17

a)       Badisches Denkmalschutzgesetz von 1894 17

b)       Preussisches Denkmalschutzgesetz von 1904 17

c)       Bayerisches Denkmalschutzgesetz von 1973 17

2.1.2             Die Entwicklung der Denkmalpflege           18

2.1.3             Die Aufgaben der Denkmalpflege           18

a)       Schutz und Erhalt der historischen Substanz         18

b)       Gewährung von Zuschüssen    19

c)       Erstellung einer Denkmalliste    19

d)       Information 19

2.1.4             Kritische Anmerkungen zum Bayerischen Denkmalschutzgesetz 20

2.2          Probleme der Erhaltung und Nutzung der Denkmäler 22

Hohe Renovierungskosten....... 22

Nutzungskonzepte und Rentabilität - Beispiele.... 22

Unbequemes, teures Wohnen..... 23

Erbengemeinschaft 24

Literaturangaben.................................................................................................................................................................26

Verzeichnis der Bischöfe von Freising...............................................................................................................................27

Bildnachweis.......................................................................................................................................................  .xx

 

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