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Aus dem Amtsgericht

Justitia

 

4. Juni 2009

Bad Boy und Moh2 (beide 19 Jahre alt) sind Cousins und enge Freunde. Sie gehörten zu der Jugend-Gang aus dem Altländer Viertel, die sich nach einem Schub besonderer Aufmerksamkeit durch Polizei, Politik und Presse „Terror Attack“ nannte.
Gemeinschaftliche räuberische Erpressung wirft ihnen die Staatsanwaltschaft vor. Am 27. Februar und 2. März 2009 riefen sie einen jungen Mann, den sie nicht zum ersten Mal in Angst und Schrecken versetzt haben sollen, zu einem Treffen bei einem Geschäft in der Stader Hansestraße. Unter der Drohung, ihn „tot zu machen“ verlangte Bad Boy, der junge Mann solle zwei Verträge für Mobiltelefone abschließen und das Geld, das er dabei erhielt, abliefern, insgesamt 350 Euro.

Bad Boy und Moh2 (Foto: Ruprecht)

Moh2 (li.) und Bad Boy (Mitte) im Winter 2007/07

Bad Boy ist mehrfach vorbestraft, steht unter doppelter Bewährung. Seit dem 9. März sitzt er in Untersuchungshaft. Bei einer Verurteilung droht ihm, inklusive widerrufener Bewährungsstrafen, ein Gefängnisaufenthalt von mehreren Jahren.
Die Staatsanwaltschaft hat zwei weitere Klagen dazu gepackt. Am 7. August 2008 soll es am Bahnhof zu einer Massenschlägerei gekommen sein, bei der Bad Boy aus einer Gruppe von mindestens zehn Menschen heraus jemanden mit Faustschlägen, Kniestößen und Tritten traktiert haben. Der Angegriffene floh über die Bahngleise und konnte nicht identifiziert werden.

Bad Boy und Moh2 (Foto: Ruprecht)

Moh2 und Bad Boy im Frühjahr 2007

Am 26. September 2008 soll Bad Boy zu einer Gruppe gehört haben, die sich in der Polizeiinspektion Stade lautstark über den Verlust eines Führerscheins beschwerte, wobei „verbale Tätlichkeiten“ wie „ihr Scheiß-Bullen“, „Wichser“, „ich mach euch fertig“ oder „du Arschloch“ gefallen sein sollen.
Der Prozess ist vorerst auf drei Verhandlungstage angesetzt.

Über die Fortsetzung wird hier berichtet.

 

Uwe Ruprecht