9. Staffel

 

 

 

142. Folge: Eine Kurzschlusshandlung (von Scarlet)

In der Zwischenzeit hatten sich an Bord der Werderania wieder alle so einigermaßen beruhigt, obwohl de Guy mit seiner unüberlegten Handlung doch einige Unruhe gestiftete hatte. Wie er Ona gestand, wollte er Kat doch gar nicht über Bord werfen, eigentlich wollte er sie in den Maschinenraum bringen und wollte sie dort zu Rede stellen, wie das mit ihnen beiden in Zukunft aussehen könnte. Natürlich hätte er sie dazu nicht betäuben müssen, aber wäre sie ihm denn freiwillig gefolgt? Sicher nicht! Zu dumm auch, dass ihm Heino mit seiner neuen Assistentin in die Quere gekommen war. Das hatte die ganze Sache unnötig verkompliziert. Das Missgeschick mit Miss Deckard…wie konnte dass nur passieren, dass sie plötzlich über Bord gestürzt ist? Zum Glück war sie im Beiboot gelandet! De Guy konnte es sich nicht erklären, wie das ganze passiert ist. Dann kamen auch noch Mickey, Kaschi, der Cessnaritter und wer sonst noch aller dazu…was mussten all diese Leute für einen Eindruck von ihm bekommen haben? Ohje, und auch der Reeder wurde Zeuge dieses Zwischenfalls, der hat ihn ja besonders böse angesehen. Dabei war er, De Guy, in Wirklichkeit gar nicht so! Er war doch im Grunde genommen ein gutmütiger Mensch! Glaubte er zumindest, denn seit seinem Gedächtnisverlust, hatte er hin und wieder Aussetzer, wenn er in Stresssituationen geriet. Und die Trennung von Kat war eindeutig eine Stresssituation!
Ona hatte ja gleich gewusst, dass De Guy kein böser Men
sch sein konnte und wie sie ihm schon zuvor zugesichert hatte, würde sie ihm helfen, wo sie nur konnte, sie würde mit dem Kapitän sprechen und ihm alles erklären. Sobald alles geklärt wäre, würde sie ihn auch wieder aus dieser Kammer holen, aber vorläufig sollte er wohl besser hier bleiben, damit es nicht nach Flucht aussähe. Bewundernd sah De Guy die Chefköchin des Schiffes an, die so viel Verständnis für ihn hatte. Sie war wirklich eine tolle Frau, dachte er, als sie aus der Kammer entschwand, nicht ohne ihm noch einmal einen Blick aus ihren Glutaugen über die Schulter zuzuwerfen.

 

 

143. Folge: Was geschah wirklich in der Kabine des Reeders (von Scarlet)

De Guy war nicht der einzige, der sich Gedanken machte, was die anderen über ihn dachten. Auch Miss Scarlet hatte das Gefühl, dass einige einen falschen Eindruck von dem bekommen hatten, was in der Kabine des Reeders vorgefallen war. Als die Raufbolde in die Kabine des Reeders gepoltert waren und sie sich schnell hinter einer Decke versteckt hatte…na ja, sie musste zugeben, das brachte sie schon irgendwie in ein schiefes Licht. Und dann der Reeder, der dauernd so nachdrücklich auf das ‚Do not disturb’- Schild hingewiesen hatte… Meine Güte, was mussten die anderen wohl denken… Sie musste das bei nächster Gelegenheit klären. Sie musste vor allem ihren Freundinnen sagen, was tatsächlich passiert war. Nachdem der Reeder sie nämlich in seine Kabine gezogen hatte und das Schild an die Türe gehängt hatte, hatten sie eine lange Unterhaltung geführt. H.G. Werderaner hatte bemerkt, dass Scarlet ziemlich nervös war, als sie vor seiner Tür stand und so hatte er sich auch beherrscht, um sie nicht gleich anzuschreien und noch mehr zu verunsichern, er war ja schließlich kein Unmensch. Aber eigentlich war es ihm nicht egal, wie der Cessnaritter und Miss Scarlet herumgeturtelt hatten. Ekelhaft! Er wollte sie diesbezüglich zur Rede stellen.
Scarlet ent
schloss sich, Werderaner schlicht und ergreifend die Wahrheit zu sagen, nämlich, dass sie dem Cessnaritter nur bei der Arbeit geholfen hatte, weil sie nämlich technisch nicht ganz unbegabt war, dass sie den Piloten zwar recht sympathisch fand, aber sonst kein Interesse an ihm hatte. Was sollte sie mit einem Mann, der schon drei- oder viermal geschieden war? Er sah zwar ganz interessant aus, aber sonst… Nein. Der Cessnaritter hatte sie schließlich nur so überschwänglich umarmt, weil sie mit ihren schlanken Händen eine Schraube am Flugzeug lösen konnte, was er selbst nie geschafft hätte. Tja, das war alles.
Der Reeder war beruhigt, das von Scarlet zu hören, er hatte
schon ernsthaft gedacht, sie wäre auf diesen Bruchpiloten hereingefallen. Aber so war das ja alles nur halb so schlimm.
Nachdem H.-G. Werderaner also wieder versöhnlich gestimmt war, bot er Miss Scarlet ein neues Werderania-Outfit an, da das, was sie noch an hatte völlig ölver
schmiert war. Sie nahm sein Angebot an und zog sich in seiner Kabine rasch um, während er - ganz Gentleman - sich umdrehte, als plötzlich die Kabinentür aufging und Heino und De Guy eng umschlungen hereinstürzten. Was danach geschah, ist ja bekannt…
Ja, irgendwie musste Scarlet das den anderen klar machen, dass es nicht so war wie es vielleicht aussah, dachte sie, während der Reeder noch versuchte, die Spuren des Kampfes in seiner Kabine zu beseitigen. Komi
scherweise hatte sie in letzter Zeit ständig Erklärungsbedarf und immer liefe es auf ein „ Es ist nicht so wie es aussieht“ hinaus.
Nachdem es auf dem Schiff wieder etwas ruhiger war, machten sich der Reeder und Miss Scarlet auf den Weg in den Speisesaal, um endlich zu frühstücken.

 

 

144. Folge: Hannelore im Anflug (von Paula_Tracy)

Während sich Kats junge Chefs immer noch wunderten, woher die Musik kam und wo die Besatzung der Zozza wohl geblieben war, überschlugen sich auf der Werderania mal wieder die Ereignisse.

Sir Hilary war sehr ge
schmeichelt, von der Arzthelferin Det ins Vertrauen gezogen zu werden. Endlich mal eine Frau, die sich auskannte und seine kriminalistische Spürnase zu schätzen wusste! Was ihn jedoch zutiefst betrübte, war Dets Vermutung, die Gräfin könne Dreck am Stecken haben – hatte er doch lange schon heimlich ein Auge auf diese geworfen. „Und Sie haben sich nicht verhört?“ fragte er bereits zum zweiten Mal, und Det schüttelte den Kopf. „Sicher nicht. Sie hat gesagt, dass er jemanden umbringen soll. Leider weiß ich nicht wen. Das müssen Sie herauskriegen, Sir Hilary.“ „Dann werde ich mir als erstes mal seine Kabine vornehmen“, meinte Sir Hilary. „Aber Sie müssen mitkommen, Fräulein Det – Schmiere stehen sozusagen...“ Er kicherte, und Det nickte ergeben. „In Ordnung. Anschließend müssen Sie das gleiche machen bei mir. Die Kabine der Gräfin müssen wir nämlich auch durchkämmen. Wichtig wäre nur, dass die beiden in der Zwischenzeit abgelenkt werden und nicht zu früh zurückkommen. Aber ich weiß schon, wer das machen kann...“

Tatsächlich war Arnie hocherfreut, zu erfahren, dass die Gräfin und ein gewisser Signor Matalo ganz große Fans von ihm waren und sofort bereit, Ihnen die Special Effects beim „Terminator“ in aller Ausführlichkeit zu erklären. Er
schnappte sich das Drehbuch, das er aus Sentimentalität immer bei sich trug, und begab sich sofort in den großen Speisesaal, wo die Gräfin und Matalo immer noch beim Frühstück beisammen saßen.

Baby Jane klopfte vorsichtig an Paulas Kabine, hörte aber nur ein leises Schluchzen. Da die Tür ver
schlossen war, bat sie den vorbeigehenden Willi, mit dem Generalschlüssel aufzuschließen. Willi zierte sich etwas, doch als Baby Jane mit einem 5-Euro-Schein winkte, zuckte er die Schultern und schloss auf. Neugierig, wie er war, blieb er stehen, als Baby Jane sich auf das Bett der weinenden Paula setzte. Das war ja interessant! Der Arzt und die Tierärztin! Das war ihm ja noch gar nicht aufgefallen, dass da was lief! Das musste er sofort Mickey und Anarky erzählen – Gandalf wusste das sicher auch noch nicht, obwohl er immer so tat, als ob er alles wüsste, dieser Penner. Er hörte gar nicht mehr hin, was Baby Jane ihrer Freundin riet, er musste jetzt erst mal sehen, wo Mickey war. Mickey hatte ja hin und wieder Therapiestunden beim Doktor, vielleicht konnte er ja näheres herausfinden.

Kapitän Rickmers war inzwi
schen in sein Büro zurückgekehrt und diktierte die zweite Abmahnung, als Fischkrepp meldete, dass das avisierte Schnellboot auf die Werderania zufuhr. „Zwei Passagiere wollen an Bord“, sagte er. „Zwei?“ Falk war erstaunt. „Ich dachte, es handele sich nur um Heinos Frau? Wir haben doch gar keinen Platz mehr an Bord... Ach ja, sorgen Sie bitte dafür, dass Miss Deckard bei einer der anderen Damen unterkommt – vielleicht bei Miss Scarlet, sind beides Österreicherinnen, die müssten sich schon verstehen, ansonsten fragen Sie die Gräfin... Wir können sie ja unmöglich bei Heino lassen, wenn seine Frau da ist.“ „Ich dachte, die holt ihn nur ab?“ fragte Tapetchen neugierig. „Er hat es sich wohl anders überlegt“, meinte der Kapitän. „Er wird uns noch ein paar Tage erhalten bleiben.“ Er seufzte, als er an Kats Vorschlag dachte, Heino ein ständiges Engagement auf der Werderania anzubieten... „Ich gehe dann mal nach draußen, um Hannelore zu empfangen. Tippen Sie erst einmal alles so ab, ich lese es dann später durch.“

 

 

145. Folge: Auf der Zozza ist nun doch was los (von Helli Gräfin E.)

Die Musik wurde immer lauter, als zum Dritten Male ertönte „Hörst Du den Südwind?“ war der Lärmpegel so groß, dass die Jungmanager der Corporation sich, die Ohren zuhaltend, schützend auf den Boden warfen, um irgendwie den Klängen zu entgehen. Denn die Tür, so hatten sie feststellen müssen, hatte sich hinter ihnen wie von Zauberhand geschlossen.
Dann, endlich, Stille. Lautlos. Ratlos sahen sich die dynami
schen jungen Kerle an, was ging hier nur vor?
Eine Seitentür öffnete sich und herein kam, umgeben von tänzelnden hüb
schen Blondinen: Ulli Hoeness.

Jungmanager Henning war so perplex das ihm herausrut
schte, ohne dass er es wirklich wollte:
“Hallo Herr Hoeness, haben Sie die Nummer von Michael Ballack?“
Das breite Grinsen auf dem Gesicht des selbstbewussten Bayerntycoons wich einem genervten Ausdruck. „Ja klar, 11833, aber was soll das denn jetzt? Setzen Sie sich meine Herren, ich habe einiges mit Ihnen zu besprechen. Herr Beckenbauer“, hier räusperte er sich etwas, „ ist im übrigen voll und ganz mit meinem Vorgehen einverstanden und wäre selbst gern hier gewesen.“
Die jungen Männer blickten erst sich und dann wieder Hoeness an, fragend, wie man sich denken kann.
Der fuhr aber auch gleich fort. „ Meine Herren, Sie segeln direkt in eine der beliebtesten Forennovelas hinein, beliebt, weiß der Geier warum, aber nun, sie ist mir bzw. meinem Verein
schon seit langem ein Dorn im Auge. Und wir haben es dabei im Guten versucht, aber selbst Einladungen und lukrative Werbeverträge wurden in den Wind geschlagen mit einer nahezu unverschämten Arroganz und Ignoranz. Und das lassen wir uns nicht länger bieten. Wir Bayern werden daher eine eigene Forennovela kreieren. Die Serie wird heißen „Zozza, Zozza, schaun`mer mal“ und wird diese andere Novela mit links überholen, aber mit links! Und eines! Wenn sie es schaffen, uns diese Kat zu besorgen- das müsste ja auch in ihrem Interesse sein- dürfen sie nach 50 Folgen wieder aussteigen.“
„Und wenn nicht?“ fragten zitternd die nicht mehr ganz so for
schen Corporationgründer.

„Dann...“ hier blickte Ulli Hoeness genüsslich und legte eine Pause ein „dann werde ich dafür sorgen, dass ihre kleine Corporation über
schüttet wird mit Fragen, sagen wir zum Beispiel zu Werbesongs, dem Mehrteiler „Britta“, jeden Tag mindestens 100 Anliegen zu den Vorstadtkrokodilen und nicht zu vergessen politischen Äußerungen sowohl aus der links- wie auch rechtsextremen Ecke, nicht zu vergessen zu  radikalislamitischen Tendenzen. Und dann kenne ich noch den einen oder anderen Troll, bei dem ich auch noch was gut habe. Na? Ist das was?“ Er strahlte die drei an.

 

 

146. Folge: Neue Passagiere (von Scarlet)

Der Kapitän verließ sein Büro und ging an Deck, um Hannelore willkommen zu heißen und um zu sehen, wer die zweite Person war, die da mitgekommen war. Rickmers staunte nicht schlecht, als ihm anstelle von Hannelore und dieser mysteriösen zweiten Person gleich drei junge Männer in schicken Anzügen entgegenkamen. Kurz warf Rickmers einen Blick über die Reling und sah das mit einem Peilsender ausgestattete Schiff Zozza, das gerade wieder ablegte. War das nicht Uli Hoeness, der da den Neuankömmlingen vielsagend zuwinkte? Wo war nur das angekündigte Schnellboot geblieben?

Rickmers begrüßte die drei Neuankömmlinge, die sich als die Vorstände der Schönfeldt-Harperath-Grief-Foren Corporation höchstpersönlich vorstellten. Der Kapitän wusste sofort, dass es sich hier um die ehemaligen Arbeitgeber seiner Kat handelte, was hatten die drei bloß vor? Rickmers rief sofort den ersten Offizier herbei und wies ihn an, den neuen Passagieren umgehend eine freie Kabine zuzuweisen. Fi
schkrepp bat die drei, ihm zu folgen, was sie auch anstandslos taten. Auf dem Weg zur Kabine lief ihnen die Arzthelferin Det mit Sir Hilary im Schlepptau über den Weg. „Was war denn das?“, dachte Det und drehte sich um. In dem Moment hatte sich auch einer der drei Anzugträger umgedreht. Womöglich nach ihr? Das konnte doch nicht sein. Oder doch? Det drehte sich noch einmal um und tatsächlich, der eine sah noch immer in ihre Richtung und jetzt zwinkerte er ihr sogar zu! „Ganz schön frech“, dachte Det und freute sich gleichzeitig über die Aufmerksamkeit, die ihr da zu Teil wurde. Den müsste sie später genauer unter die Lupe nehmen, nahm sie sich vor, aber jetzt hatte sie mit Hilary noch Wichtigeres zu tun. Schnell huschten die beiden in die leere Kabine des geheimnisvollen Italieners.

Aus dem Büro des Kapitäns kam Tapetchen ganz aufgeregt auf den Kapitän zugerannt, der gerade wieder auf dem Weg zurück dorthin war. Tapetchen winkte mit einem Blatt Papier: „Sie hat sich geirrt! Sie ist woanders! Es war ein Irrtum!“ Was wollte ihm seine Sekretärin bloß mitteilen, dachte Rickmers, er verstand kein Wort von dem, was Tapetchen da plapperte. „Jetzt mal halb lang junge Frau, was ist los? Noch einmal das Ganze und zwar so, dass ich auch etwas verstehe.“, sagte er. „Hannelore…sie kommt doch nicht, sie hat sich geirrt, sie hat das Schiff verwechselt. Sie dachte, Heino sei auf der Ovela, unserem Schwestern
schiff. Dort ist sie jetzt und das Schnellboot, das sie dorthin gebracht hat, hat schon längst wieder abgelegt. Hannelore sitzt jetzt also auf der Ovela fest. Das heißt sie kann nicht kommen.“
‚Das heißt auch, dass Heino tatsächlich auf der Werderania bleiben wird, ob ihm das jetzt passte oder nicht.“,
schoss es Rickmers durch den Kopf. Das musste er Heino sofort mitteilen, dachte er, riss Tapetchen den Zettel mit der Nachricht aus der Hand und machte sich auf den Weg.

 

 

147. Folge: Sir Hillarys Entdeckung (von Paula_Tracy)

„So schnell hatte ich die „Zozza“ nicht eingeschätzt“, sagte Ralf, als die drei sich in der Kabine umsahen. „Ich dachte schon, wir hätten gar keine Chance mehr, auf die Werderania zu kommen...“ Er starrte auf das Etagenbett und die schmale Einzelkoje. „Ich glaube, die haben uns in einer Mannschaftskabine einquartiert. Aber wir bleiben ja sowieso nicht lange, wir schnappen uns Kat, und dann...“ „Och“, meinte Henning und nahm die Einzelkoje in Beschlag. „Lasst uns doch ein paar Tage bleiben – so schlimm ist das doch gar nicht. Mir gefällt es hier. Nette Leute hier an Bord.“ Armin betrachtete misstrauisch die Möwe Laura, die sich seit seiner Ankunft auf der Werderania einfach nicht abschütteln ließ. Offenbar hatte sie ihn besonders in Herz geschlossen, weil sie ihn gerade liebevoll ins Ohr biss. „Lasst uns doch mal überlegen, wie wir vorgehen“, Ralf warf seinen kleinen Koffer auf das untere Bett. „Mensch, noch nicht mal eine Sitzecke haben wir hier.“ „Ich find’s nett hier“, sagte Henning. „Wirklich nett.“ „Glaubt Ihr, der Hoeneß hat das alles ernst gemeint?“ fragte Armin und rieb sich das Ohr. „Der kann doch nicht ernsthaft glauben, dass eine Novela mit so einem Titel Erfolg haben könnte? Und will der wirklich die Kat auch als Hauptfigur haben? Macht das Sinn?“ „Sehe ich nicht so“, meinte Ralf. „Der will Kat nur von der Bildfläche – äh, vom Bildschirm verbannt haben. Wir sollen das in den restlichen 50 Folgen schaffen – irgendeiner hat ihm geflüstert, die wollen hier verlängern. Und wir wollen das ja auch nicht, dann ist Kat noch länger weg. Wir müssen sehen, dass wir in den nächsten beiden Tagen alles versuchen, um Kat hier raus zubringen. Dürfte schwierig sein, ich habe gehört, dass sie und der Kapitän was miteinander haben... Henning, was denkst Du?“ „Ich?“ Henning schien leicht verwirrt. „Also, mir gefällt es hier. Nette Leute hier.“ „Ja, wir wissen es...“ knurrte Ralf. War er denn nur von Verrückten umgeben?

Vorsichtig öffnete Sir Hilary die Tür zur Kabine 137, aber offenbar nahm Arnie die Aufgabe, die man ihm gestellt hatte, und von der er gar nicht wusste, dass es sich um eine Aufgabe handelte, sehr ernst – es befand sich niemand in der Kabine. „Pfeifen Sie, sobald jemand in die Nähe kommt“, flüsterte er Det zu. „Der Typ hat ja mindestens zwei Schrankkoffer mit an Bord genommen, das wird dauern...“ – Tatsächlich, das dauerte... Und Det hatte noch viel zu tun – aber das hier war ent
schieden wichtiger. Kaum zu glauben, wenn es wirklich stimmte: die Gräfin wollte jemanden ermorden lassen und hatte offensichtlich einen Killer engagiert... Aber gegen wen hier an Bord konnte sie nur was haben? Plötzlich fiel es Det ein – wie ein Blitz durchzuckte sie es: das Foul! Beim Wasserball! Der Doktor hatte sich verletzt und den Namen der Gräfin genannt... Ob sie den Doktor umbringen lassen wollte? Aber... warum? „Fräulein Det, Fräulein Det!“ Völlig atemlos und aufgeregt kam Sir Hilary zur Tür. „Sie glauben nicht, was ich gerade gefunden habe...“ Triumphierend schwenkte er einen Umschlag. „Kommen Sie, Fräulein Det – wir müssen das sofort besprechen... Wir brauchen einen Plan! Fräulein Det, das ist... das ist...“

 

 

148.Folge: Arme Paula (von Scarlet)

Während die drei Vorstände der Forencorporation versuchten, sich in ihrer engen Dreimannkabine halbwegs zu arrangieren und sich nicht ständig in die Quere zu kommen und Sir Hilary Det seine Entdeckung aus der Kabine des geheimnisvollen Italieners zeigte, saß Baby Jane in Paula Tracys Kabine.

Jane hatte den Arm um Paulas Schulter gelegt. Paula hatte sich mittlerweile etwas beruhigt und hatte ihrer Freundin erzählt, was vorgefallen war. Sie konnte sich einfach nicht erklären, warum sie der Schiffsarzt heute so abweisend behandelt hatte. Gestern hatten sie sich doch so gut verstanden. Ihr war es wirklich so vorgekommen, als hätte sie in Few Master eine verwandte Seele gefunden und sie hatte gemeint, dass er das auch so empfunden hätte. Zumindest war das bis heute Vormittag ihr Eindruck.

Baby Jane
schüttelte ungläubig den Kopf, auch sie konnte sich keinen Reim darauf machen, was ihr Paula da erzählte. „Ich glaube nicht, dass Du etwas falsch gemacht hast, Paula. Da muss etwas Anderes vorgefallen sein. Was Du da erzählst, das passt irgendwie gar nicht zum Doc. Ich würde ihn auch anders einschätzen“, meinte Baby Jane und dachte an die vergangene Nacht zurück, als sie Paula und den Doktor schlafend auf dem Kabinenboden sitzen sah, umgeben von Gedichtbänden. Nein, diese Reaktion, die Paula geschildert hat, das passte wirklich nicht zu Few Master.
„Du sagst, er hat fast eine ganze Fla
sche Johnny Walker ausgetrunken?“ Paula nickte traurig. „Na siehst Du, schon allein das passt nicht, der würde nie freiwillig dieses Zeug trinken! Er trinkt doch nur hin und wieder russischen Wodka.“ „Das habe ich mir ja auch schon gedacht“, murmelte Paula verstört. „Na eben!“, rief Baby Jane triumphierend, „Einer, der sonst nur hin und wieder Wodka trinkt und dann auf einmal eine ganze Flasche Whiskey… Der hat doch gar nicht gewusst, was er sagt!“ „Er hat gesagt, ich wäre auch nicht anders als die Gräfin.“, sagte Paula trotzig. „Hm...ja, das macht mich auch ein bisschen stutzig…was hat er damit gemeint?“, fragte Baby Jane. „Na mich fragst Du das!?“, fuhr sie Paula ungehalten an, „wenn ich das wüsste!“
„Komm Paula“, sagte Baby Jane be
schwichtigend zu ihrer aufgelösten Freundin, „jetzt beruhige dich erst einmal. Wasch Dir einmal dein Gesicht, bring Deine Haare in Ordnung und dann kommst Du mit mir in den Speisesaal, dann werden wir erst einmal in Ruhe etwas frühstücken, wenn wir jetzt noch etwas bekommen. Ok? Du wirst sehen, dann sieht alles schon wieder viel freundlicher aus!“ „Meinst Du?“, fragte Paula. Baby Jane nickte aufmunternd und deutete in Richtung Badezimmer.
Langsam stand Paula auf, sie wollte Baby Jane ja glauben, dass nach dem Frühstück alles besser sein würde, aber so recht überzeugt war sie da nicht. Und als ob Baby Jane ihre Gedanken gelesen hätte sagte sie: „Schau, das mit dem Doktor, das ist sicher ein Missverständnis. Also ich glaube wirklich nicht, dass er etwas gegen dich hat, im Gegenteil! Wie gesagt, da muss etwas Anderes vorgefallen sein. Wenn Du willst, rede ich mit dem Doktor, das heißt, wenn er wieder nüchtern ist. Und wir können ja auch mit Helli reden, ob sie sich erklären kann, was Master damit gemeint haben könnte, dass Du nicht besser wärst als sie. Was sagst Du?“
Paula überlegte kurz: immerhin war das ein konkreter Plan, was Baby Jane ihr da vor
schlug und vielleicht würde sich ja wirklich alles aufklären. Bestimmt hatte Jane Recht, das war nicht der Doktor selbst, der sie da so schlecht behandelt hatte. Er war betrunken. Kein Wunder nach diesem Fusel. Ja, sogar bestimmt hatte Few nichts gegen sie, hätte er ihr sonst dieses Rilke-Gedicht geschrieben? Hach, der arme Few, was mag ihn nur so aus der Bahn geworfen haben? Ja, sie würden zu ihm gehen und sich um den armen Mann kümmern…nach dem Frühstück. Und aus diesen Überlegungen heraus stimmte Paula Baby Janes Plan hoffnungsvoll zu.

 

 

149. Folge: Ein Ehrenmann (von Baby Jane und Scarlet)

Freundlich warf die Vormittagssonne ihre Strahlen durch die blankgewienerten Bullaugen auf das prachtvolle Frühstücksbuffet, dass Ona und ihr Team kunstvoll arrangiert, ja gezaubert hatten. Es gab Lachs, Eier, frische Brötchen (Semmeln für die Österreicher), eine gigantische Käseplatte, Müsli, Säfte, saftigen Schinken (wie es ihn sonst nur die fünf Freunde in den Enid Blyton-Büchern bekamen), frisches Obst, Kaffee, Tee und auch Kakao für die Jüngeren (Mickey, Anarky, Reggae-Gandalf und Smartie).

Fröhlich plaudernd saßen die Passagiere sowie die Crewmitglieder an ihren Ti
schchen. Es duftete nach herbem After Shave und sportlich-frischem Eau de Cologne - alle hatten sich (erfreulicherweise) nach dieser turbulenten langen Nacht frisch gemacht. Die Damen trugen pastellfarbene Sommerkleider und Seidenschals (quasi alles wie bei den Golden Girls), die Herren leichte helle Baumwollhosen und bunte Polohemden. Zu Ehren des Feiertages (Mariä Empfängnis mit Doppel-ä) hatten einige der Männer (Willi, Heino, Fischkrepp und Falk Rickmers) die Krägen keck aufgestellt, wie sie es in diversen Modemagazinen gesehen hatten.

Am Kapitänsti
sch hatten die Herren der Corporation Platz genommen. Sie waren in reinweißen Leinenanzügen erschienen - Herr Henning zusätzlich mit breitkrempigem Nostalgie-Sommerhut und keck gestutztem Bärtchen, Herr Ralf mit einer flotten tvforen-Kappe, einem Wunschliste-T-Shirt unter'm Sakko sowie einem Stapel "Hörzu" unter dem Arm und Herr Armin mit Möwe Laura auf der Schulter.

Im Schatten einer Plastikpalme neben der Durchreiche zur Kombüse hatte Dr. Few Master allein und "ganz einsamer Wolf" an einem kleinen Ti
schchen Platz genommen. Er trug Sonnenbrille (Hangover) und Viertagebart und gab vor, in einer Moskauer Ärztezeitschrift zum Thema Уже сейчас вы сможете оформить*) zu blättern. In die Zeitung hatte er mit einer Schere zwei kreisrunde Löchlein geschnitten, welche ihm den Blick auf Miss Tracy freigaben, die mit ihrer Freundinnenrunde in der Mitte des Raumes einen Tisch belegt hatte. Die Damen tranken Kaffee.

Plötzlich bemerkte der Schiffsarzt, dass der Reeder vor den Augen aller Anwesenden putzige Kusshände zu Miss Scarlet warf, welche diese mit österreichi
scher Herzlichkeit (Sissi NICHTS dagegen!) retournierte. Few Master verstand die Welt nicht mehr! Was hatte der alte Werderaner, was er nicht hatte? Wieso flogen dem die Herzen der Frauen nur so zu und kaum hatte er die Dame seines Herzens gefunden wirft die sich in die Arme eines Anderen? Ona hatte den Arzt beobachtet und seinen fragenden Blick gesehen. „Jaja, Fewie, zwischen Scarlet und dem Alten läuft eindeutig was – ich bin mir da ziemlich sicher!" raunte sie Few Master ins Ohr, als sie ihm Kaffee nachschenkte.

Few Master legte sein Ärzteblatt nieder. Das konnte doch nicht sein, dass dieser Werderaner mehr Erfolg bei den Frauen hatte als er. Hatte er sich womöglich geirrt? Hatte er Miss Tracy womöglich gar unrecht getan? Sie vorverurteilt? Auf
schändliche Weise ihre Moral in Frage gestellt? Ihr misstraut? Sie in Gedanken der leichtfertigen Untreue des Herzens bezichtigt? Ihr Böses gewünscht? Sie und alle
Frauen dieses Schiffes verwün
scht? Alle Weiber am liebsten in die Tonne geklopft? Seine Rilke-Originalausgabe deshalb zerrissen? Zu schwermütigen Wolgaliedern geweint und getrunken? Getrunken und geweint ...

Ja, das hatte er. Reuig senkte der Russe den Kopf. Plötzlich spürte er, dass ihm jemand auf die Schulter tippte. Er sah auf. Baby Jane stand neben ihm. "Auf ein Wort, Few Master", begann sie, "ich glaube nämlich, ich muss ein Missverständnis aufklären!" Doch ehe Baby Jane weiter sprechen konnte, erhob sich Few Master und
schob die Österreicherin beiseite. "Du entschuldigst, Baby", sagt er kurz angebunden, "Ich habe jetzt wahrlich keine Zeit für eine deiner Ösi-G'schichteln!" Sodann ging er hocherhobenen Hauptes und vor den Augen aller Passagiere der Werderania auf den Tisch zu, an dem Miss Paula Tracy saß. Vor ihr blieb er stehen, verneigte sich kurz, aber formvollendet und sprach: "Paula, ich stehe tief in deiner Schuld. Verzeih mir meine Verdächtigungen. Lass uns einen Neuanfang wagen. Wir haben alle Zeit dieser Welt."

Ein Raunen der Anerkennung und Hochachtung ging durch den ganzen Saal. Hier und da war sogar ein Schluchzen der Rührung zu hören. Diese Russen, das waren noch Ehrenmänner!

 

 

150. Folge: Ein Mordplan (von Paula_Tracy)

Kat war etwas enttäuscht, als statt des Kapitäns "nur" Gandalf vor der Tür stand, um ihr ein üppig gefülltes Frühstückstablett zu bringen. "Der Kapitän muss sich um die neuen Gäste kümmern!" erklärte Gandalf entschuldigend. "Er lässt Sie grüßen und wird zu Ihnen kommen, sobald es ihm möglich ist." Kat seufzte und biss in ein Schokocroissant. "Neue Gäste?" fragte sie interessiert. "Hat Hannelore etwa noch jemanden mitgebracht?" "Hannelore ist gar nicht da", Gandalf leerte das Tablett und stellte alles auf den kleinen Tisch unter dem Bullauge. Auch eine rote Rose legte er neben den Teller - ein Sonderbonus vom Kapitän (geklaut aus Kaschis Kabine). "Drei Männer sind neu an Bord - kamen mit der Zozza. Wissen Sie, wer dabei war - Uli Hoeness! Was hat der denn mit der Foren Corporation am Hut, das fehlt gerade noch, dass demnächst Banner von Bayern München auf den Seiten blinken... Unmöglich, wie kann man nur Bayern-Fan sein?" Kat starrte ihn entsetzt an. "Foren Corporation? Etwa Henning, Ralf und Armin?" "Ja, ich glaube, so heißen sie!" Gandalf blieb etwas stehen, aber Kat wollte ihm wohl kein Trinkgeld geben - irgendwie waren die Gäste auf der Werderania auch nicht mehr das, was sie mal waren, nämlich großzügig. Als Freundin des Kapitäns konnte man doch mal was springen lassen, oder? Er wusste natürlich nichts davon, dass Kat praktisch kein Bargeld hatte, weil die Reise so teuer war. "Oh Gott!" Kat begann hektisch herumzulaufen und riss im Vorbeigehen den Orangensaft vom völlig überladenen Tisch. "Das ist ja schrecklich! Was wollen die denn hier? Gandalf, Sie müssen sofort den Kapitän holen. Und einen Putzlappen, bitte." Gandalf zuckte die Schultern. Frauen! In der einen Sekunde noch strahlend und gutgelaunt - in der nächsten launisch und unberechenbar. Ein Mysterium eben.

Mit zitternden Händen öffnete Sir Hilary den Um
schlag, den er in Matalos Kabine gefunden hatte. Det hatte ihn mit zur Krankenstation genommen, weil es ihr zu gefährlich erschien, weiterhin auf dem Flur zu stehen. "Sprengstoff, Fräulein Det, purer Sprengstoff ist da drin!" flüsterte Sir Hilary. "Der Signor Matalo will nicht nur den Doktor umbringen, sondern auch Sie und das Fräulein Paula! Und hinter allem steckt die Gräfin! Wir müssen sofort die Polizei einschalten - Scotland Yard, das FBI, Starsky und Hutch!" Mit gerunzelter Stirn sah Det die Papiere - Lebensläufe von ihr, dem Doktor und Paula sowie einige Fotos des Doktors (lustig, wie der früher ausgesehen hatte) - durch. Ja, es war ziemlich eindeutig - die kleinen Anweisungen, die die Gräfin auf einem separaten Blatt gegeben hatte, ließen keinen anderen Schluss zu: hier wurde ein Mord geplant. Du liebe Güte, wie konnte sie das nur verhindern? Und vor allen Dingen - wie konnte sie nur diesen völlig aufgelösten Sir Hilary davon abhalten, das gleich publik zu machen? Panik unter den Passagieren auslösen? Was sollte sie jetzt nur tun?

 

 

151. Folge: Eine Aufgabe für Sir Hillary (von Scarlet)

„Nein Hilary, keine Polizei, kein FBI, kein Starsky und Hutch und auch kein Scotland Yard! Der einzige, der diesen Fall lösen könnte, wäre Hercule Poirot. Aber den können wir nicht herholen, also müssen sie Sir Hilary für ihn einspringen!“ Det meinte, wenn sie seiner Eitelkeit schmeichelte, dann würde er sich schon wieder fangen und sie hatte Recht. Sobald er den Namen des Meisterdetektivs hörte, warf er sich in Positur, streckte die Brust heraus und war wieder ganz bei der Sache und versuchte dem Namen (Poirot!), der nicht der seine war, gerecht zu werden. ‚Mein Gott, er denkt wirklich, er könnte Poirot das Wasser reichen!“, dachte Det bei sich.
„Gut, Hilary. Was würde also Hercule machen? Er würde auf jeden Fall versuchen, Aufsehen zu vermeiden! Sie müssen einfach heimlich ihre Beobachtungen fortsetzen. Am besten wäre es, wenn sie die Gräfin nicht aus den Augen ließen. Sie haben sie doch ohnehin immer sehr sympathi
sch gefunden, oder?“, Det zwinkerte vielsagend, als sie das erwähnte. Hilary errötete ein wenig: „Na ja, schon…aber ich meine, das war doch, bevor ich wusste, dass sie eine Mörderin ist!“, wehrte er ab. „Sir Hilary, jetzt seien Sie ein Mann! Erstens ist die Gräfin keine Mörderin“, Det machte eine kurze Pause ‚Zumindest noch nicht’, dachte sie, ‚und es liegt an uns’, sie warf einen Blick auf den Poirot-Verschnitt und korrigierte sich selbst im Gedanken, ‚ und es liegt an mir, das zu verhindern.’ „Sir Hilary, sie werden die Gräfin beobachten, sie werden immer in ihrer Nähe bleiben! Und Sie müssen mir immer sagen, was sie herausgefunden haben!“, Hilary nickte als Zeichen der Zustimmung.
Ja er würde die Gräfin beobachten und er wird es zu verhindern wissen, dass die Gräfin einen, oder womöglich noch
schlimmer, mehrere Morde begeht! Diese edle, gut aussehende Dame, die anscheinend soviel durchgemacht hatte, dass ihr ein Mord der einzige Ausweg zu sein schien. Er würde herausfinden, was sie dazu trieb. Ja! Er, Hercule Poirot!! Äh, Moment. Er, Sir Hilary!!!

Ganz erfüllt von seiner neuen, wichtigen Aufgabe, machte er sich mit vor Stolz ge
schwollener Brust auf, um die Gräfin zu suchen.
Det
schüttelte den Kopf, als sie ihm nachschaute: ‚Komischer Kerl.’, dachte sie, aber solange er die Gräfin nicht aus den Augen ließ, konnte eigentlich nichts passieren, so hätte sie keine Gelegenheit, ihren Plan zu verwirklichen. Aber Moment, da war doch noch der Italiener! Er war ja offensichtlich der Auftragskiller, in seiner Kabine hatten sie schließlich dieses weiße Pulver im Briefumschlag und die Anweisungen der Gräfin gefunden! Am besten wäre es, noch jemanden auf diesen Matalo anzusetzen! Aber wen? Keinen Mann, soviel stand fest. Aber wen dann? Am besten würde es vielleicht sein, wenn sie alle Damen, zusammenriefe, und ihnen erzählte, was sie über die Gräfin und Matalo herausgefunden hatte. Sie könnte ihnen diesen Brief zeigen und…. Ja, das würde sie machen!
Irgendwie konnte sich Det immer noch nicht vorstellen, dass die Gräfin – Helli, mit der sie die Mitternachtsparty gefeiert hatten und vieles mehr – eine potentielle Mörderin sein sollte. Sie würde einmal mit den Mädels darüber reden, was die wohl dazu sagen würden…

 

 

152. Folge: Die Damen planen etwas (von Scarlet)

In der Zwischenzeit hatte auch Sir Hilary den Raum betreten und setze sich, ohne eine Antwort abzuwarten, ob es der Gräfin recht wäre, an ihren Tisch, wo auch Matalo saß und Arnie ausführlich über die Dreharbeiten zum Terminator berichtete. Die Gräfin verdrehte die Augen. Sie war froh, dass jetzt zumindest Hilary da war, wenigstens einer, mit dem man normal reden konnte und vielleicht würde es ihr ja mit ihm gelingen diesen lästigen Italiener abzuschütteln! Warum kümmerte der sich nicht um das, wofür sie ihn bezahlte? Die Gräfin bat Sir Hilary, eine Runde mit ihr an Deck spazieren zu gehen, er stimmte nur zu gerne zu, war es doch auch in seinem Interesse. Sir Hilary rückte der Gräfin galant den Sessel zurück und bot ihr seinen Arm an, sie hakte sich ein und sie verließen den Speisesaal.

Die Gräfin bemerkte also nicht, dass Ona von einer Dame zur nächsten hu
schte und jeder etwas ins Ohr flüsterte. Nach und nach standen die Ladies auf und verließen nacheinander das Frühstücksbuffet, um sich in Dets Kabine zu treffen, wie es ihnen Ona von der Arzthelferin bestellt hatte. Als Paula von ihrem Tisch aufstand, entschuldigte sie sich bei Few. Sie wollte ihn nicht schon wieder unnötig misstrauisch machen und sagte etwas von wegen Hochzeitsüberraschung planen für Lady Patricia und Frauenangelegenheiten. Na ja, da musste er wirklich nicht dabei sein, dachte Dr. Master.

Das Vorhaben der Damen bezüglich einer Hochzeitsüberra
schung sprach sich unter den Männern bald herum (wer hat da gepetzt?), man war sich einig, dass das dann wohl länger dauern würde und man sobald nicht mit den Damen rechnen konnte. Die verbliebenen Herren hielte es auch nicht mehr lange im Speisesaal.
Der Reeder
schlug ein Pingpong-Turnier vor. Da er ja nicht mehr Fußball spielte, aufgrund des traumatischen Spiels in seiner Jugend, war das sein Lieblingssport geworden, in dem er es sogar zu einer gewissen Professionalität gebracht hatte. Einige der Männer schlossen sich ihm an, um so den Vormittag zu verbringen. Der luxemburgische Prinz hätte zwar gerne mitgespielt, wagte es aber nicht, sich dem Reeder anzuschließen, da blieb er schon lieber in Arnies Nähe, der unbeirrt aus seiner einzigartigen Filmkarriere erzählte. Auch Heino hörte ihm aufmerksam zu, vielleicht konnte er sich von ihm ja etwas abschauen?
Ka
schi sah jetzt die Gelegenheit endlich für günstig an, die Rosen, die er mühevoll frisch gehalten hatte in den Kabinen der Damen zu verteilen und wenn die sich fürs Mittagessen fertig machten, würden sie die Blumen wohl finden und sich darüber freuen. Versonnen pfiff er „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ aus dem Vogelhändler vor sich hin, während er in den Maschinenraum schlenderte.